Glacière de Monlési – Eis-Abbau und Transport nach Paris

Glacière de Monlési

Die unterirdische Eiskammer von Monlési (oder Glaciere de Monlési) ist eine Höhle im Kanton Neuenburg auf dem Gebiet der Gemeinde Val-de-Travers. Der Boden der Höhle ist von einer mehrere Meter dicken Eisschicht bedeckt. Das gesamte Gebiet ist als Naturschutzgebiet eingestuft.

In den 1950er Jahren wurde das Eis industriell für den lokalen Markt genutzt und zum Teil zusammen mit weiterem Eis ähnlicher Herkunft im Sommer weit transportiert.

Die Monlési-Höhle ist mit einem Volumen von etwa 6.000 m3 im Sommer eine der grössten natürlichen Eiskammern der Schweiz. Die Höhle ist eine karstische Dolinenformation mit drei Schächten, die sich in einen grossen Raum von etwa 40 m Länge öffnen. Die Entstehung des Eises wird durch die Ansammlung von Schnee am Höhlenboden im Winter ermöglicht, der sich im Laufe der Jahreszeiten in Eis verwandelt, da die Durchschnittstemperatur selbst im Sommer nahe Null Grad liegt. Eine kompakte Schicht aus Eis bedeckt den Boden, und an vielen Stellen haben sich Eisstalagmiten und -stalaktiten gebildet. Ein natürlicher Tunnel führt etwa fünfzehn Meter unter das Eis. Entlang der Wände nimmt die Eisdicke ab. Studien deuten darauf hin, dass das
Eisvolumen seit 2001 von Jahr zu Jahr abnimmt.

Früher wurde das Eis von Monlési sogar bis nach Paris exportiert, was die Bedeutung von Eis als Ressource in der Vergangenheit für die Schweiz hervorhebt. Heute ist die Eiskammer ein faszinierendes Naturphänomen und ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes in der Region.